Kursbeschreibung
Das Medizinische Aufbautraining/die Medizinische Trainingstherapie ist eine aktive Therapie mit dem Ziel, Kraft, Koordination, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit bei verschiedenen Krankheitsbildern zu verbessern. Sie ist ein wissenschaftlich nachgewiesener Ansatz, der die Aktivität des Patienten in den Vordergrund stellt und die körperliche Leistungsfähigkeit im Alltag und Sport steigert. Nach Verletzungen oder Operationen und bei verschiedensten orthopädischen Einschränkungen wird nach der Akutphase orientiert an den Wundheilungsphasen des betroffenen Gewebes mit der MTT begonnen und therapiert.
In den achtziger Jahren erkannte man, dass Physiotherapie unterstützt durch intensives koordinatives und muskuläres Aufbautraining bei Hochleistungssportlern nach Verletzungen des Bewegungsapparates zu einer bedeutend schnelleren Wiederherstellung und damit Wettkampffähigkeit führte. Die Berufsgenossenschaften sahen darin auch für den „Nicht- Sportler“ eine intensive Maßnahme zur schnelleren Wiedereingliederung in den beruflichen Alltag und dadurch eine erhebliche Kosteneinsparung. Ziel sollte sein, die Krankheitsdauer zu verkürzen und die Invaliditätsrate zu senken. Das scheint gelungen zu sein, denn auch heute bis heute nimmt die MTT einen sehr hohen Stellenwert in der Rehabilitation ein.
Man kann die Medizinische Trainingstherapie als Rehabilitationsform betrachten, bei welcher intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Physiotherapeuten, Masseuren/med. Bademeistern und Diplomsportlehrern/Sporttherapeuten gefordert ist.
Kursinhalt
In unserem wissenschaftlich aktuell gehaltenen Kurs werden die theoretischen und praktischen Grundlagen des aktiven Trainings in der rehabilitativen Therapie und auch für die medizinische Fitness erläutert. Eine Erleichterung der Alltagsbewältigung wie auch Optimierung sportartspezifischer Leistungen werden durch das Training erreicht.
Sehr wichtig dabei ist die Einordnung der einzelnen Trainingsmethoden in die Wundheilungsphasen.
Du lernst Übungen in indikationsspezifische Trainingsprogramme zu integrieren. Dies ermöglicht Dir bei der Arbeit mit den Patienten individuell auf deren Problem zugeschnittene Trainingspläne zu erstellen. Groß- und Kleingeräte (Maschinen, Seilzüge, Hanteln, Therabänder, Schlingen) ermöglichen den Einsatz in der Praxis und gewährleisten die Durchführung eines individuellen Heimübungsprogramms.
Die Vermittlung von Physiologie und Biomechanik steht hier als Basis im Vordergrund.
Ausgewählte Indikationen der unteren und oberen Extremität sowie der Wirbelsäule werden anhand von Krankheitsbildern thematisiert besprochen und direkt am Gerät und auch mit Kleingeräten umgesetzt. Deine Selbsterfahrung mit Geräten und Trainingsmethoden ist dabei ein wichtiger Bestandteil.
Übersicht der wichtigsten Inhalte
- Grundlagen der MTT (Definition, Grundlagen, Zielsetzung, Historie, personelle, apparative und räumliche Voraussetzung, juristische und betriebswirtschaftliche Aspekte)
- Gerätetraining und Training mit freien Gewichten
- Rehabilitative Trainings- und Bewegungslehre (Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit)
- Kinesiologie und Biomechanik
- Bindegewebsphysiologie und Wundheilung
- Indikationsspezifisches Training der unteren Extremität (Fuß, Knie und Hüfte), der oberen Extremität (Schulter) und der Wirbelsäule (SIG, LWS und HWS)
- Abschlussprüfung
HIER findest Du eine detaillierte Aufstellung der Inhalte.
Zur Information
Wir bilden die verschiedenen Berufsgruppen entsprechend in MTT-Kursen mit den von den Berufsgenossenschaften geforderten 125 Unterrichtseinheiten aus.
Um in der ambulanten und stationären/teilstationären Rehabilitation arbeiten zu können, müssen Physiotherapeuten nach momentanem Stand Minimum die Weiterbildung „Krankengymnastik am Gerät“ (KGG) mit 40 Unterrichtseinheiten absolvieren. Alle anderen an der Rehabilitation beteiligten Berufsgruppen müssen den MTT/MAT-Kurs mit 125 Unterrichtseinheiten zur Zulassung abschließen. Physiotherapeuten haben nach Abschluss dieses Kurses automatisch das Zertifikat „Krankengymnastik am Gerät“.