Gibt es einen genaueren Ansatz zur Erkennung instabiler Syndesmosen mittels MRT?

>> Cut-Off-Wert von 8mm Gelenkerguss scheint vielversprechend

// HINTERGRUND

Der distale tibiofibulare Syndesmosenkomplex spielt eine entscheidende Rolle bei der Stabilität des Sprunggelenks. Studien legen nahe, dass 20,3% der Sprunggelenkdistorsionen eine gleichzeitige Verletzung des distalen tibiofibularen Syndesmosenkomplex aufweisen. Diese Verletzung wird häufig aufgrund unzureichender Kenntnisse, mangelndem Bewusstsein und sogar Fehldiagnosen übersehen. Die Verletzung wird unterteilt in:

  • Typ I – Distorsion (Syndesmose stabil)
  • Typ II – Instabilität
  • Typ III – vollständige Ruptur mit signifikanter Instabilität

Die MRT ist die zuverlässigste Methode, um diese Verletzungen zu diagnostizieren. In der klinischen Praxis hat das chinesische Autorenteam festgestellt, dass der distale tibiofibuläre Gelenkerguss (DTJE) und die Flüssigkeitsmenge, die von der Gelenkpfanne in die Syndesmose fließt, als spezifische Indikatoren für eine genauere Diagnose des Typ II dienen könnten. Diese Studie zielt darauf ab, den Gelenkerguss als diagnostischen Indikator für eine Instabilität des distalen tibiofibularen Syndesmosenkomplex in der MRT zu bestimmen, wobei die arthroskopische Untersuchung als Referenzstandard diente.

// METHODIK

Die Daten von Personen, die zuvor eine Sprunggelenksdistorsion erlitten hatten und mittels MRT und nachfolgender arthroskopischer Diagnose als instabile Syndesmose-Fälle identifiziert wurden, wurden innerhalb eines Rehazentrums retrospektiv analysiert. Die Genauigkeit der Diagnose der Syndesmoseverletzung sowie der qualitative und quantitative Index des Gelenkergusses des distalen Tibiofibulargelenks wurden verglichen.

// ERGEBNISSE

Die Studie umfasste insgesamt 212 Personen (Durchschnittsalter 35,64 ± 12 Jahre, 74 Frauen und 138 Männer). Die Messung der Flüssigkeitsmenge erwies sich als besonders einfach und zuverlässig, wobei ein Wert von 8 mm als optimaler Cut-off-Wert identifiziert wurde.

// KONKLUSION

Das Forscherteam „übersetzte“ eine komplizierte Reihe von MRT-mehrdimensionalen Vermessungen in einen einfachen Messprozess und stellte die Bedeutung der Quantifizierung des Gelenkergusses in der Diagnose einer Instabilität des distalen tibiofibularen Syndesmosenkomplex fest. Sie fanden heraus, dass die 8-mm-Größe des Gelenkergusses ein spezifischerer Indikator ist und als neuer MRT-diagnostischer Grenzwert in der klinischen Praxis dienen könnte.

// QUELLE

Sun S, Chen C, Sheng Z et al. The distal tibiofibular joint effusion may be a reliable index for diagnosing the distal tibiofibular syndesmosis instability in ankle. Skeletal Radiol 2024; 53 (2): 329-338.

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Katrin Veit

Katrin Veit

B.Sc. | Physiotherapeutin & Fachredakteurin bei DIGOTOR

Katrin hat Präventions-, Therapie- und Rehabilitationswissenschaften studiert, jahrelang in der Orthopädie gearbeitet und liebt es, Menschen auf dem Weg zurück in Bewegung, Sport und Alltag zu begleiten. Bei DIGOTOR bringt sie aktuelle Forschung auf den Punkt – mit der festen Überzeugung, dass Evidenz und eine gute Therapeuten-Patienten-Beziehung kein Widerspruch sind, sondern untrennbar zusammengehören.