–> Radiografische Anomalien wie FAI oder Dysplasie sind bei älteren Sportler*innen häufig, aber nicht notwendigerweise mit Arthrose oder Funktionseinschränkungen verbunden.
// HINTERGRUND
Eine US-amerikanische Studie untersuchte, ob radiografische Anomalien wie Femoroazetabuläres Impingement (FAI) oder Hüftdysplasie bei gut funktionierenden Hüftgelenken älterer Sportlerinnen zur Entwicklung einer Koxarthrose führen. Es ist unklar, ob diese pathomorphologischen Veränderungen bei älteren Sportlerinnen langfristig Funktionseinschränkungen oder Koxarthrose verursachen.
// METHODIK
547 Seniorsportler*innen (Durchschnittsalter 67 Jahre) mit insgesamt 1081 Hüftgelenken wurden radiografisch auf Anzeichen von FAI, Dysplasie und Arthrose untersucht. Zudem erfasste ein Lebenszeitaktivitäten-Fragebogen die sportliche Betätigung und zwei etablierte Scores (modified Harris Hip Score, Hip Outcome Score) bewerteten die Hüftgelenksfunktion. Ausschlusskriterien waren vorherige Hüftgelenkersatz- oder Frakturoperationen.
// ERGEBNISSE
Die Ergebnisse:
- 83% der Hüftgelenke zeigten radiografische Anomalien, vor allem FAI (67% Cam-Typ).
- 10% wiesen Hinweise auf Dysplasie auf.
- Keine Korrelation zwischen radiografischen Anomalien und Arthrose nach Kontrolle von Alter und Geschlecht.
- Sportlerinnen, die in ihrer Jugend wettkampfsportlich aktiv waren, zeigten eine höhere Wahrscheinlichkeit für FAI-
- Keine signifikanten Unterschiede in den funktionellen Scores zwischen Sportlerinnen mit und ohne Anomalien.
// DISKUSSION
Diese Studie hat einige wesentliche Limitationen. Die Hauptprobleme liegen in der fehlenden Kontrollgruppe und der Variabilität bei den Cut-off-Werten für radiografische Parameter. Die Verwendung von Röntgenaufnahmen anstelle von CT oder MRT schränkt die Präzision bei der Beurteilung von FAI und Dysplasie ein. Zudem ist die Normalbereichsabgrenzung radiografischer Parameter nicht klar definiert, was zu unterschiedlichen Ergebnissen in der FAI-Prävalenz führt. Diese Faktoren könnten die Interpretation der Prävalenz von FAI und Dysplasie beeinflussen und die Generalisierbarkeit der Ergebnisse einschränken.
// KONKLUSION
Radiografische Anomalien wie FAI oder Dysplasie sind bei älteren Sportlerinnen häufig, aber nicht notwendigerweise mit Arthrose oder Funktionseinschränkungen verbunden. Die Ergebnisse sprechen gegen routinemäßige Screenings bei asymptomatischen jungen Sportlerinnen und unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Langzeitstudien.
// QUELLE
Anderson LA, Anderson MB, Kapron A et al. The 2015 Frank Stinchfield award: radiographic abnormalities common in senior athletes with well-functioning hips but not associated with osteoarthritis. Clin Orthop Relat Res. 2016; 474 (2): 342-52.
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