Bildgebung ohne Befund
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Weiterlesen>> Ein beschleunigtes Reha-Protokoll bietet nach einer operierten Achillessehnenruptur zwar das geringste Risiko für eine erneute Ruptur, doch eine sofortige aktive Bewegung des Sprunggelenks direkt nach dem Eingriff erhöht die Re-Rupturrate im Vergleich zu einer um 1-2 Wochen verzögerten Mobilisation deutlich.
Die Inzidenz von Achillessehnenrupturen ist weltweit ansteigend, wobei vor allem Männer und Personen über 50 Jahre betroffen sind. Während die operative Versorgung das Re-Rupturrisiko gegenüber konservativen Ansätzen verringert, stellt eine erneute Ruptur aufgrund schwerer funktioneller Langzeitdefizite eine gefürchtete Komplikation dar. Die postoperative Rehabilitation ist daher entscheidend für den Behandlungserfolg, allerdings herrscht in der Fachwelt weiterhin Uneinigkeit über das optimale Vorgehen. Diese Metaanalyse untersucht die Auswirkungen verschiedener Reha-Protokolle auf das Re-Rupturrisiko.
Dieser systematische Review mit Metaanalyse wurde im PROSPERO-Register registriert und folgte den PRISMA- und AMSTAR-Richtlinien. 5 große Datenbanken (PubMed, EMBASE, Web of Science, Cochrane Library, CINAHL) wurden nach englischsprachigen randomisierten kontrollierten Studien durchsucht. Eingeschlossen wurden Arbeiten zur operativen Achillessehnenruptur-Therapie (offene oder minimalinvasive Verfahren) mit detaillierten Reha-Protokollen, Angaben zur Re-Rupturrate und einer Nachbeobachtungszeit von mindestens einem Jahr. Insgesamt wurden 43 RCTs mit 2553 PatientInnen analysiert und in 6 homogene Reha-Subgruppen eingeteilt.
Über alle Studien hinweg lag die postoperative Re-Rupturrate bei 3,15 %. Bei der Steuerung des Rehabilitationsprotokolls müssen primär zwei wesentliche Parameter adjustiert werden: Gewichtsbelastung (Weight-Bearing) und aktive Mobilisation. Die Studie liefert hierfür klare, evidenzbasierte Entscheidungskriterien:
Die Daten belegen, dass ein beschleunigtes Reha-Protokoll (funktionelle Übungen, frühe Belastung) sicher ist und die Heilung fördert. Eine sofortige Mobilisation direkt nach der OP stört jedoch die Sehnenheilung, da in den ersten 2 Wochen nach einer Achilllessehnen-Rekonstruktion noch keine nennenswerte Kollagen-Gewebe-Regeneration stattfindet. Ein verfrühter mechanischer Zug gefährdet das unvollständig geheilte Gewebe.
Für die physiotherapeutische Praxis empfiehlt sich nach einer operierten Achillessehnenruptur die Durchführung eines beschleunigten Rehabilitationsprotokolls („Accelerated Rehabilitation“) mit frühzeitiger Belastung. PatientInnen sollten dazu ermutigt werden, den Fuß frühzeitig – idealerweise innerhalb der ersten 1-2 Wochen postoperativ – unter Schutz (z.B. im Spezialstiefel) wieder zu belasten. Zum Schutz der physiologischen Sehnenheilung sollte die aktive Bewegung des OSG jedoch erst nach 1-2-wöchigen Phase der Immobilisation eingeleitet werden. Der Reha-Plan muss zudem stets individuell an das Alter und die Compliance der PatientInnen angepasst werden.
Katrin Veit
B.Sc. | Physiotherapeutin & Fachredakteurin bei DIGOTOR
Katrin hat Präventions-, Therapie- und Rehabilitationswissenschaften studiert, jahrelang in der Orthopädie gearbeitet und liebt es, Menschen auf dem Weg zurück in Bewegung, Sport und Alltag zu begleiten. Bei DIGOTOR bringt sie aktuelle Forschung auf den Punkt – mit der festen Überzeugung, dass Evidenz und eine gute Therapeuten-Patienten-Beziehung kein Widerspruch sind, sondern untrennbar zusammengehören.
- weil Halbwissen keine Therapieoption ist.