Wer profitiert wirklich vom „Good Life with OsteoArthritis in Denmark“ (=GLAD) Programm?

>> Personen, die Analgetika einnehmen oder konstante Gonarthrose-Symptome aufweisen, profitieren möglicherweise von der GLAD-Behandlung im Vergleich zu einem Placebo. Dies unterstützt die differenzierte Empfehlung des GLAD-Programms zur Behandlung der Gonarthrose.

// HINTERGRUND

Patientenaufklärung und Bewegungsprogramme werden als bevorzugte Behandlungsstrategie für Gonarthrose empfohlen, da sie in mehreren randomisierten kontrollierten Studien positive Effekte gezeigt haben. Das „Good Life with osteoArthritis in Denmark“ (GLAD) Programm ist ein standardisierter Ansatz dafür, der weltweit implementiert wird. Allerdings ergab eine kürzlich vom selben Autorenteam durchgeführte Studie, in der das GLAD-Programm mit einem Placebo verglichen wurde, bei 206 Patienten mit Gonarthrose, äquivalente Verbesserungen der Symptome in beiden Gruppen, ohne Gruppenunterschiede. Dies wirft Fragen nach dem tatsächlichen Effekt von GLAD auf die Symptome der Gonarthrose auf.

// METHODIK

Deshalb führte dasselbe dänische Autorenteam eine sekundäre Effektmodifikator-Analyse des RCTs durch. Sie interessierten sich für die Faktoren, die den Behandlungseffekt des GLAD-Programms im Vergleich zu einem Placebo beeinflussen. 206 Teilnehmende mit symptomatischer und radiographischer Gonarthrose wurden entweder dem 8-wöchigen GLAD-Programm (n = 102) oder einem Placebo in Form von vier intraartikulären Kochsalzinjektionen über acht Wochen (n = 104) zugewiesen. Der primäre Endpunkt war die Veränderung von der Basislinie bis zur 9. Woche im KOOS-Fragebogen – Teil Schmerz.

// ERGEBNISSE

Teilnehmende, die zu Beginn Analgetika einnahmen, scheinen vom GLAD-Programm im Vergleich zu einem Placebo zu profitieren (+10,3 KOOS-Schmerzpunkte). Teilnehmende mit konstanten Schmerzen zu Beginn scheinen ebenfalls von GLAD im Vergleich zu einem Placebo zu profitieren (+10,0 Punkte).

// DISKUSSION

Die Ergebnisse zeigen äquivalente Verbesserungen der Knieschmerzen nach GLAD und Placebo, was die Frage nach der Wirksamkeit von GLAD als universelle Strategie für Gonarthrose aufwirft. Außerdem legen die Ergebnisse auch nahe, dass Personen, die GLAD bevorzugen, möglicherweise eine höhere Wirksamkeit erfahren. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit Studien, die gezeigt haben, dass die Präferenzen der Patient*innen die Behandlungsergebnisse beeinflussen. Es unterstützt das Konzept der gemeinsamen Entscheidungsfindung.

// KONKLUSION

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Personen, die Analgetika einnehmen oder konstante Gonarthrose-Symptome aufweisen, möglicherweise von der GLAD-Behandlung im Vergleich zu einem Placebo profitieren. Dies unterstützt die differenzierte Empfehlung des GLAD-Programms zur Behandlung der Gonarthrose.

// QUELLE

Henriksen M, Nielsen SM, Christensen R et al. Who are likely to benefit from the Good Life with osteoArthritis in Denmark (GLAD) exercise and education program? An effect modifier analysis of a randomised controlled trial. Osteoarthritis Cartilage 2023; 31 (1): 106-114.

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Katrin Veit

Katrin Veit

B.Sc. | Physiotherapeutin & Fachredakteurin bei DIGOTOR

Katrin hat Präventions-, Therapie- und Rehabilitationswissenschaften studiert, jahrelang in der Orthopädie gearbeitet und liebt es, Menschen auf dem Weg zurück in Bewegung, Sport und Alltag zu begleiten. Bei DIGOTOR bringt sie aktuelle Forschung auf den Punkt – mit der festen Überzeugung, dass Evidenz und eine gute Therapeuten-Patienten-Beziehung kein Widerspruch sind, sondern untrennbar zusammengehören.